Was ist Tarot wirklich? Mythen und Wahrheit

Was ist Tarot wirklich? Mythen und Wahrheit - KLIOlogie - Elisabeth Morri

Was ist Tarot wirklich? Mythen und Wahrheit

Nein, Tarot sagt dir nicht, ob du ihn heiraten wirst. Und nein, du brauchst dafür keinen samtenen Vorhang, keine Kristallkugel und schon gar keine mysteriöse Frau mit zu vielen Ringen an den Fingern. Das ist der Mythos. Die Wahrheit ist um einiges interessanter.

Tarotkarten sind ein System aus dem 15. Jahrhundert, das dir dabei helfen kann, dich selbst besser zu verstehen. Keine Prophezeiungen, keine Schicksalsurteile, kein Hokuspokus. Nur du, 78 Karten und ein ehrlicher Blick auf das, was gerade in deinem Leben passiert. Klingt schon weniger gruselig, oder? In diesem Artikel erfährst du, was Tarot wirklich ist, wie die Karten aufgebaut sind und wie du heute noch selbst anfangen kannst, sie zu legen.

Elisabeth Morri von KLIOlogie versteht das Kartenlegen genau so: als Werkzeug zur Selbstreflexion, nicht als Wahrsagemethode. Und sie gibt diese Sichtweise seit Jahren an andere weiter, dazu später mehr.

Woher das Tarot wirklich stammt: Ägypten war es nicht

Die romantischste Herkunftslegende besagt, dass Tarotkarten aus ägyptischen Tempeln stammen, von Weisen gehütet und über Jahrhunderte geheim gehalten wurden. Das klingt fantastisch. Es ist aber frei erfunden. Die ältesten erhaltenen Kartendecks dieser Art stammen aus Mailand und wurden rund um 1430 für die Herzöge Visconti und Sforza gezeichnet. Kein Mystizismus, keine Prophezeiungen: Das war schlicht ein Kartenspiel für den Hofadel, vergleichbar mit modernem Rommé.

Erst im 18. Jahrhundert, in Frankreich, begannen Okkultisten wie Antoine Court de Gébelin und der Kartenleger Etteilla, das Kartendeck mit Mystizismus aufzuladen. Sie erfanden ägyptische und kabbalistische Wurzeln, die nie existiert hatten, und verwandelten ein Freizeitspiel in ein esoterisches System. Der Name „Tarot" leitet sich übrigens wahrscheinlich vom italienischen Wort für „Triumph" ab, nicht von irgendwelchen geheimen Symbolen.

Warum das wichtig ist: Wer den nüchternen Ursprung kennt, versteht, dass Tarotkarten kein prophetisches System sind. Sie wurden als Spiegel neu gedacht, nicht als Kristallkugel. Und das macht sie um einiges wirkungsvoller.

Die 78 Karten: So ist das System wirklich aufgebaut

Ein vollständiges Kartendeck besteht aus 78 Karten, die in zwei große Gruppen aufgeteilt sind, sie folgen einer durchdachten inneren Logik.

Die Große Arkana umfasst 22 Karten, nummeriert von 0 bis 21. Sie stellen archetypische Lebensphasen dar, von Karte 0 (der Narr als Symbol für den unbeschwerten Neubeginn) bis Karte 21 (die Welt als Zeichen der Vollendung). Die Große Arkana wird oft so gedeutet, dass sie auf tiefgreifende, archetypische Themen oder größere Lebensveränderungen hinweist.

Die Kleine Arkana umfasst die restlichen 56 Karten, aufgeteilt in vier Reihen: Stäbe (Feuer, Tatkraft und Inspiration), Kelche (Wasser, Emotionen und Beziehungen), Schwerter (Luft, Denken und Konflikte) und Münzen (Erde, Materie und praktische Themen). Jede Reihe hat zehn Zahlenkarten und vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Diese Gruppe spricht die konkreten, alltäglichen Situationen an, nicht die großen Lebensfragen.

Die 22 Karten der Großen Arkana auf einen Blick

Alle 22 Karten mit ihrer Kernbedeutung, kompakt und direkt verwendbar als Nachschlagewerk:

  • 0 Der Narr: Neubeginn, Unbeschwertheit, Vertrauen ins Unbekannte
  • I Der Magier: Schöpferkraft, Wille, Manifestation
  • II Die Hohepriesterin: Intuition, inneres Wissen, Stille
  • III Die Kaiserin: Fülle, Fürsorge, Wachstum
  • IV Der Herrscher: Struktur, Stabilität, Autorität
  • V Der Hohepriester: Tradition, Lehren, Glaube
  • VI Die Liebenden: Beziehungen, Entscheidungen, Werte
  • VII Der Wagen: Entschlossenheit, Fortschritt, Kontrolle
  • VIII Stärke: Mut, Selbstbeherrschung, sanfte Kraft
  • IX Der Eremit: Rückzug, Kontemplation, innere Weisheit
  • X Rad des Schicksals: Veränderung, Zyklen, Wendepunkte
  • XI Gerechtigkeit: Fairness, Wahrheit, Konsequenzen
  • XII Der Gehängte: Hingabe, Geduld, neuer Blickwinkel
  • XIII Der Tod: Wandel, Loslassen, Transformation (kein Sterben!)
  • XIV Mäßigkeit: Balance, Harmonie, der mittlere Weg
  • XV Der Teufel: Bindungen, Schatten, Versuchung
  • XVI Der Turm: Umbruch, Zerstörung des Alten, Offenbarung
  • XVII Der Stern: Hoffnung, Heilung, Inspiration nach der Krise
  • XVIII Der Mond: Unbewusstes, Illusionen, aufsteigende Ängste
  • XIX Die Sonne: Klarheit, Freude, Erfolg
  • XX Das Gericht: Erwachen, innere Berufung, Erneuerung
  • XXI Die Welt: Vollendung, Erfüllung, Integration

Der Narr beginnt die Reise ohne Gepäck und ohne Angst. Die Welt schließt sie ab, vollständig und ganz. Dazwischen liegen alle Lektionen, die das Leben bereithält: Liebe, Verlust, Wandel, Stärke und Hoffnung. Diese Karten sind keine Vorhersagen, sie sind Spiegel menschlicher Erfahrung.

Tarot als Spiegel: Warum das kein Hokuspokus ist

Tarotkarten sagen keine Zukunft voraus. Sie stellen Fragen, die du dir selbst noch nicht gestellt hast. Das ist der entscheidende Unterschied. Wenn du eine Karte ziehst, zwingt dich das zum Innehalten, zum ehrlichen Blick auf die eigene Situation, ohne die üblichen Schutzreflexe, die unser Verstand so gerne einsetzt.

Die Verbindung zu Jungs Archetypen ist dabei kein esoterischer Zufall. Carl Jung beschrieb Archetypen als universale Muster, die im kollektiven Unbewussten aller Menschen existieren. Die Karten der Großen Arkana bilden genau diese Muster ab: die Mutter, den Weisen, den Schatten, den Helden. Wenn eine bestimmte Karte dich berührt oder verstört, dann oft deshalb, weil sie etwas Reales in dir anspricht, das nach Aufmerksamkeit verlangt.

Ein konkretes Beispiel: Du ziehst morgens den Gehängten als Tageskarte. Erste Reaktion: ungutes Gefühl. Zweite Reaktion, wenn du kurz darüber nachdenkst: „Wo in meinem Leben brauche ich gerade Geduld statt Aktion?" Plötzlich ist die Karte kein düsteres Zeichen mehr, sondern ein gezielter innerer Impuls. So funktioniert das Kartenlegen als Selbstreflexionswerkzeug in der Praxis.

Drei Legemethoden, mit denen du heute noch anfangen kannst

1. Die Tageskarte: das einfachste Einstiegsritual

Diese Variante dauert fünf Minuten und verändert, wie du in den Tag gehst. Formuliere morgens eine klare Frage: „Was brauche ich heute?" oder „Welche Energie begleitet mich?" Mische deine Karten, während du diese Frage im Kopf hältst, und ziehe eine einzige Karte. Notiere deine erste Assoziation, ohne zu viel nachzudenken. Schau abends kurz nach, wo du das Thema der Karte tatsächlich erlebt hast.

Diese Methode baut mit der Zeit ein intuitives Verständnis der Tarotkarten auf, ohne Druck und ohne Überforderung. Nach ein paar Wochen kennst du viele Karten einfach aus Erfahrung heraus.

2. Die Drei-Karten-Legung: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Das ist die klassische Anfängerlegung und sie funktioniert für nahezu jede konkrete Frage. Mische die Karten mit einer klaren Frage im Kopf und lege drei Karten von links nach rechts aus. Die linke Karte zeigt die Ausgangssituation oder vergangene Einflüsse, die mittlere die gegenwärtige Dynamik und die rechte das mögliche Ergebnis oder einen Rat.

Dreh alle drei Karten gleichzeitig um. Das verhindert, dass die erste Karte unbewusst deine Interpretation der anderen beeinflusst. Schau zuerst auf den Gesamteindruck aller drei Karten zusammen, bevor du jede einzeln deutest. Lies sie dann wie einen Satz: „Das Vergangene hat zur Gegenwart geführt, die sich in diese Richtung bewegt."

3. Das kleine Kreuz: für tiefere Einsichten

Vier Karten in Kreuzform bieten mehr Tiefe als die Drei-Karten-Legung, ohne das volle Keltische Kreuz mit seinen zehn Positionen zu überfordern. Lege die Karten so aus: links das Thema oder die Ausgangslage, rechts das Hindernis, oben den Rat und unten das mögliche Ergebnis. Diese Legung eignet sich für Fragen, bei denen du nicht nur eine Richtung, sondern auch den Blockierungsfaktor und einen konkreten Handlungsimpuls sehen möchtest.

Geh diese Variante erst an, wenn du ein paar Wochen Erfahrung mit den ersten beiden Legungen hast. Das ist kein Pflichtprogramm, sondern eine natürliche Erweiterung, wenn du bereit bist.

Das erste Kartendeck finden und echte Begleitung in Österreich

Das Rider-Waite-Smith-Deck ist das Einsteigerdeck schlechthin. Der Grund ist simpel: Nahezu alle Bücher, Anleitungen, Onlinekurse und Erklärvideos basieren auf dieser Bildsprache. Wer damit lernt, kann jede externe Ressource direkt nutzen, ohne Symbolik übersetzen zu müssen. Die Radiant Rider Waite Variante bietet dieselbe Struktur in farbenfroherem Gewand, das Modern Witch Tarot interpretiert die klassischen Motive zeitgemäß, das Everyday Witch Tarot hat eine verspieltere, herzlichere Energie.

Das Crowley-Thoth-Deck ist kraftvoll und tief, für Einsteiger aber zu komplex. Lass das vorerst links liegen. Achte beim Kauf immer auf eine deutschsprachige Begleitanleitung: Sie macht den Unterschied zwischen einem Deck, das du verstehst, und einem, das verstaubt.

Wer in Österreich nach persönlicher, seriöser Begleitung rund ums Kartenlegen sucht, findet bei KLIOlogie, Elisabeth Morri aus dem Burgenland genau das. Elisabeth bietet Tarot-Legungen an, darunter Astro-Tarot-Legungen zu Mond- und Vollmondphasen, ausgewählte Tarot- und Orakelkarten in ihrem Shop sowie Begleitung für alle, die das Kartenlegen selbst erlernen möchten. Kein gesichtsloser Onlineshop, kein automatisiertes Computerprogramm, sondern individuelle Begleitung von einer erfahrenen Praktizierenden, die Tarot als das versteht, was es wirklich ist: ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis.

Tarot ist kein Geheimnis, es ist ein Spiegel

Was bleibt, wenn man alle Mythen beiseitelegt? Ein System aus dem 15. Jahrhundert, das als Kartenspiel begann und später zum Werkzeug der Selbstreflexion wurde. 78 Karten, die Archetypen, Elemente und Lebensthemen in ein durchdachtes Gefüge bringen. Und ein Einstieg, der unkomplizierter ist, als die meisten denken.

Du brauchst keinen samtenen Vorhang und keine mystische Begabung. Was zählt, ist die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen, und vielleicht ein gutes erstes Kartendeck in den Händen zu halten.

Wenn du mit einer Tarot-Legung starten möchtest, die dir zeigt, wie das in der Praxis aussieht, oder wenn du nach ausgewählten Decks für deinen eigenen Einstieg suchst: Schau bei KLIOlogie, Elisabeth Morri vorbei. Ein erstes Reading, ein neues Kartendeck oder der nächste Schritt auf deinem Weg zum eigenen Kartenlegen, das alles wartet dort auf dich.

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Klio – Personal Witch

Über die Autorin

Ich bin Klio – deine Personal Witch ✨

Als frühere Schulleiterin und heutige Business-Mentorin verbinde ich Strategie, Astrologie, Tarot und Identitätsarbeit. Ich begleite selbstständige Frauen dabei, alte Systeme zu sprengen, ihre Frequenz zu shiften und ihr ganz eigenes Imperium aufzubauen.